Natürliche Merkmale von Leder

Die Stärke von Lederhaut liegt zwischen 0,5 - 1 mm (bei Ziege oder Lamm) bis hin zu 7 mm (Rind). Je nach Dicke spaltet sich das Leder in ein bis drei Schichten. Die obere Schicht (»Haarseite« oder »Narbenseite«) ist durch ihre feinen und festen Hautfasern sehr reißfest und widerstandsfähig und stellt somit die hochwertigste Schicht dar.

Grundsätzlich wird zwischen Rauleder und Glattleder unterschieden.

Bei jedem Leder ist zu berücksichtigen, dass es sich um ein Naturprodukt handelt.
Jedes Tier hat in einer anderen Umgebung gelebt und war unterschiedlichen, äußeren
Bedingungen ausgesetzt, daher ist es auch natürlich, dass kleinere Einschlüsse, Narben, unterschiedliche Faserdichten des Leders, Zeckenbisse, Anbindeställen/
Abschürfungen, Kratzwunden, Gabelstiche oder Insektenstiche oder ähnliches vorhanden sein können.

Oft werden diese Naturmerkmale mit Qualitätsmängeln gleichgesetzt. Naturmerkmale mindern weder Reißfestigkeit, noch die Widerstandsfähigkeit gegen Nässe und/oder Hitze.

Ebenfalls ist die Wellenbildung des Leders etwas ganz natürliches. Körperwärme, Luftfeuchtigkeit u.ä. begünstigen - je nach Stärke und Weichheit des Leders - dessen Wellenbildung. Dies hat keine Auswirkungen auf Qualität, Lebensdauer oder Funktionalität.

Das heißt, weist eine Lederware oder ein Lederpolstermöbel Löcher oder offene Risse im Leder auf, stellt erst dies einen Produktmangel dar.

Je nach Menge und Intensität der Merkmale werden die Lederhäute in sogenannte Sortimente eingeteilt, die ihren Preis bestimmen. Es mag merkwürdig klingen, jedoch ist die Größe einer Tasche nicht der eigentliche Faktor bei der Preisbildung